Mikroskopische Verkehrsflusssimulation auf einen Multi-Touch-Tisch

In diesem Projekt beschäftigten sich Studierende des Masterprojekts Verkehrstelematik im SS 2018 mit einer mikroskopischen Verkehrsflusssimulation und deren Anpassbarkeit zur Laufzeit. Zum Einsatz kam die weltweit führende Simulationssoftware VISSIM der Firma PTV AG und der Multi-Touch-Tisch Samsung SUR40 von Microsoft. Der Multi-Touch-Tisch aus dem IUMS-Labor verfügt über die PixelSense-Technologie, was ihm erlaubt sowohl Berührungen als auch kodierte Muster (sog. Tangibles) zu erkennen. Durch die Kombination der Tangibles, PixelSense und VISSIM soll dynamisch in Echtzeit in die Verkehrsflusssimulation eingegriffen werden. Hierfür wurden im ersten Schritt unterschiedliche Szenarien entworfen, in denen dynamisch die Parameter der Simulation verändert werden sollen.

 

In einem zweiten Schritt wurden 3D-Objekte (sog. Tangables) erstellt und Mithilfe des 3D-Druckers im IUMS-Labor gedruckt worden. Anschließend wurden die gedruckten physischen Objekte (sog. Tangables) an der Unterseite mit speziellen Codes versehen, welche der Multi-Touch-Tisch decodieren kann sobald diese auf dem Tisch platziert werden. Der Vorteil von dieser Methode ist, dass die Bedienung der Simulationssoftware soweit vereinfacht werden, dass auch Sachunkundige diese nutzen können. Insgesamt wurden drei Modelle von vorfahrtsregelnden Verkehrszeichen gedruckt: ein Schild für Rechts-vor-Links, ein Hauptstraßenschild sowie eine Lichtsignalanlage.

 

So wurden beispielsweise an einer Einmündung durch das Auflegen der drei verschiedene Tangibles an diesem Knotenpunkt die Vorrangregelungen „Rechts vor Links“, „Vorfahrtsknoten“ und eine Lichtsignalanlage parametrisiert. Die benötigte Veränderung der Parameter der Netzobjekte wird Mithilfe von Python-Skripten und der in VISSIM implementierten COM-Schnittstelle (Component Object Model) realisiert. Ein solcher Vergleich unterschiedlicher Planfälle ist ein häufiger Anwendungsfall in VISSIM. Aufgrund der von VISSIM erstellten Auswertungen werden solche Planfälle in der Regel in getrennten Szenarien betrachtet. Für einen direkteren Vergleich der Auswirkungen der unterschiedlichen Vorrangregelungen wurden diese durch die Echtzeitparametrisierung in einer Simulation realisiert.

Abbildung 1: 3D-Objekte für das Szenario „Einmündung“ mit den untersch. Planfällen
Abbildung 2: VISSIM-Modell einer Einmündung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.